12.07.2012 – Als eine der ersten Kliniken in Deutschland wendet das Evangelische Kran-kenhaus Zweibrücken jetzt ein innovatives medizintechnologisches Verfahren zur Behandlung der gastroösophagealen Reflux-Erkrankung (englisch: Gastroesophageal Reflux Disease = GERD) an, die sich vor allem durch chro-nisches Sodbrennen und häufiges Aufstoßen äußert: das LINX® Reflux Management-System.
„Bei dem innovativen Verfahren wird ein kleiner, flexibler Ring aus miteinander verbundenen Titanperlen mit Magnetkern direkt oberhalb des Magens um die Speiseröhre gelegt“, erklärt Privatdozent Dr. Dieter Birk, Ärztlicher Direktor des Evangelischen Krankenhauses. Die Anziehungskraft zwischen den Magneten hält den unteren Teil der Speiseröhre geschlossen, um einen Rückfluss von Magensäure und Galle, den so genannten Reflux, zu verhindern.
„Das LINX® Reflux Management-System stellt eine vollkommen neue Behandlungsmöglichkeit für Menschen dar, deren Symptome sich mit Medikamenten nicht gut kontrollieren lassen, die sich aber keiner komplexeren Operation unterziehen möchten“, sagt Dr. Birk. Die Implantation des Magnetringes dauert weniger als eine Stunde. Der Patient kann sofort wieder richtig schlucken, sich am nächsten Tag wieder normal ernähren und innerhalb einer Woche seine gewohnten Aktivitäten aufnehmen.
„Die Refluxtherapie befreit Patienten relativ unkompliziert und dauerhaft von den unangenehmen Symptomen. Die Lebensqualität der Patienten nimmt ohne das Sodbrennen wieder deutlich zu”, betont Dr. Birk.
Eine über zwei Jahre angelegte Folgestudie zum LINX®-System belegt eine ausgezeichnete Linderung der GERD-Symptome und einen deutlich reduzierten Säure-Rückfluss. Das zeigen 86 Prozent der Patienten, die zwei Jahre nach der LINX®-Implantation ihre Medikamente gegen GERD vollständig abgesetzt hatten.
In Deutschland leiden etwa 30 Prozent der Bevölkerung unter Sodbrennen, dem Hauptsymptom von GERD. Weitere Beschwerden sind Halsentzündungen, Husten und Brustschmerzen. Selten kann die Erkrankung auf eine bestimmte Ursache zurückgeführt werden. Als Risikofaktoren gelten jedoch Alkoholkonsum, Übergewicht, eine fetthaltige Ernährung und eine schlechte Körperhaltung.
