Stillberatung
Im Rahmen der Stillberatung wollen wir Sie zum Stillen ermutigen, helfen und unterstützen. Wir wollen Fragen klären und Sie mit evtl. auftretenden Schwierigkeiten und ihren Lösungen vertraut machen, so dass Sie möglichst ernsten Problemen aus dem Weg gehen können.
Auf der Station führen wir hierzu ein Gespräch mit Ihnen, um zu erfahren welche Informationen und Erfahrungen Sie mit dem Stillen haben. Liegen besondere Umstände vor wie z.B. Krankheiten, Brustoperationen, Medikamente, Zigarettenkonsum?
Empfehlungen zum Stillen:
Stillen Sie nach Ihrem Bedarf und dem Bedarf des Kindes.
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Je häufiger Sie Ihr Baby in den ersten Tagen anlegen, desto besser kommt die Milchbildung in Gang und die Milchmenge wird auf seine Bedürfnisse abgestimmt.
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Das häufige Anlegen wirkt sich sowohl kurz, als auch langfristig auf die Milchbildung aus.
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Durch Stillen nach Bedarf wird der natürliche Gewichtsverlust von 10 % begrenzt. Ihr Baby nimmt schneller an Gewicht zu, der Blutzuckerspiegel wird stabilisiert.
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Stillen nach Bedarf verhindert meist einen schmerzhaften Milcheinschuss, der ungefähr am 3. - 4. Tag oder auch später auftritt.
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Am ersten Tag wollen Babys 3 - 4 mal gestillt werden und mehr. Am zweiten Tag 5 - 6 mal und mehr. Ab dem 3. Tag 6 - 10 mal und mehr.
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Die Mutter - Kind - Bindung wird gefördert.
Vierundzwanzig Stunden Rooming-in
Wir sehen Sie und Ihr Kind als Einheit, die wir möglichst nicht trennen möchten. Rooming-in vereinfacht und unterstützt den Stillprozess. Beim Rooming-in tragen Sie, wie auch zu Hause, die Verantwortung für Ihr Kind. Wenn Sie Ihr Kind für kurze Zeit bei uns lassen möchten, ist dies zu jeder Zeit möglich. Ist Ihr Baby unruhig oder sehr schläfrig, hat es ein verändertes Aussehen oder sind Sie in irgendeiner Weise beunruhigt, sollten Sie uns informieren.
Rooming-in fördert Ihr Selbstvertrauen. Sie werden schneller mit Ihrem Kind vertraut. Ihr Kind ist ruhiger, biologische Rhythmen passen sich leichter an.
Sie können schneller auf Hungerzeichen Ihres Kindes reagieren. Hungerzeichen in den ersten Tagen und Wochen sind: saugende Bewegungen, Sauggeräusche, schlecken an den Lippen, Zunge herausstrecken, geballte Hand, Hand zum Mund führen, schnelle Bewegungen mit den Augen, Stirnrunzeln, Ruhelosigkeit. Stillen Sie Ihr Baby wenn es Hungerzeichen gibt.
Am Anfang der Phase ist es am leichtesten das Baby anzulegen. Ein weinendes Kind zu beruhigen und anzulegen ist viel schwieriger, als das Stillen bereits zu beginnen, wenn das Baby erstes Interesse am Saugen zeigt.
Vorteile der Muttermilch
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Die Vormilch regt die Darmtätigkeit an, bilirubinreiches Mekonium (erster Stuhlgang) kann schneller ausgeschieden werden.
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Muttermilch enthält Immunstoffe zur Infektabwehr.
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Muttermilch beugt in gewissem Maße Allergien vor.
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Stillen begünstigt die Ausbildung des Kiefers.
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Muttermilch enthält alle Nährstoffe in der richtigen Zusammensetzung, ist leicht verdaulich, muss nicht extra zubereitet werden, ist stets richtig temperiert und keimarm.
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Das Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs oder an Osteoporose zu erkranken ist für Frauen, die gestillt haben geringer als für andere Frauen.
Korrektes und wirkungsvolles Saugen
Korrektes und wirkungsvolles Saugen ist wichtig um wunde Brustwarzen zu vermeiden, dass die Brust gut geleert werden kann, um die Milchbildung anzuregen und Milchstauungen zu vermeiden und damit das Baby ohne große Anstrengung trinken kann und gut gedeiht.
Korrektes Anlegen:
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Die Mutter sollte immer gut gestützt sitzen oder liegen, damit sie entspannt und bequem stillen kann. Ebenso sollte das Kind gut abgestützt sein, damit es nicht abrutscht und durch Saugen an der Brustwarzenspitze wunde Brustwarzen hervorruft.
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Das Kind sollte immer mit dem ganzen Körper der Mutter zugewandt sein. Es hat den Mund auf Höhe der Brustwarze und muss den Kopf nicht drehen, um an der Brust trinken zu können. Ohr, Schulter und Hüfte des Babys bilden eine gerade Linie.
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Sie unterstützen Ihre Brust im C-Griff, d.h. alle Finger liegen ca. 3 cm unter der Brust, der Daumen ca. 3 cm oberhalb weit hinter dem Warzenhof. Berühren Sie nun Ihr Baby mit der Brustwarze an seiner Unterlippe. Ihr Baby sollte den Mund weit öffnen, damit es viel vom Warzenhof mit in den Mund nehmen kann. Seine Zunge liegt dabei über der unteren Zahnleiste. Jetzt ziehen Sie Ihr Baby schnell eng an Ihre Brust.
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Ober- und Unterlippe des Babys sind nach außen gestülpt, es hat den „Mund voll Brust“ und schluckt hör- und sichtbar. Nase und Kinn Ihres Babys können Ihre Brust berühren.
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Bringen Sie Ihr Kind immer zur Brust, nie die Brust zum Kind.
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Das Baby bei jeder Mahlzeit auf beiden Seiten stillen, beginnend mit der zuletzt gestillten Seite. Bei korrektem Saugen kann das Kind solange trinken, bis es von alleine loslässt.
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Möchten Sie das Baby von der Brust abnehmen, muss zuerst das Vakuum gelöst werden. Schieben Sie einen Finger in den Mundwinkel Ihres Kindes bis zwischen die Zahnleisten. So lösen Sie den Saugschluss und das Baby lässt die Brust los.
Stillpositionen:
Stillen Sie im Laufe des Tages sowohl im Wiegengriff, im Rückengriff als auch im Liegen.
Das hat mehrere Vorteile:
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Ihr Kind übt mit Zunge und Unterkiefer den stärksten Druck auf das Brustgewebe aus. Bei wechselnden Stillpositionen wird dieser Druck immer an anderer Stelle wirksam. Auf diese Weise vermeiden Sie das Wundwerden und die Entwicklung von Druckstellen durch einseitige Belastung.
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Es werden alle Milchgänge gut entleert. Das beugt einem Milchstau vor.
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Sie werden rasch sicher im Umgang mit Ihrem Kind und können sich dadurch in schwierigen Situationen besser helfen.
Zum Stillenlernen brauchen Sie und Ihr Baby Zeit und Ruhe.
Stillen muss man lernen.
Wenn Sie während des Stillens ungestört sein wollen, bleiben Sie mit Ihrem Baby allein. Natürlich muss sich niemand beim Stillen „verstecken“! Aber eine hektische Umgebung – zum Beispiel Besucher – können das Stillen beeinträchtigen.
Brustpflege:
Waschen Sie Ihre Brust zweimal täglich mit klarem Wasser. Benutzen Sie dafür ein extra Handtuch und Waschlappen. Nach dem Stillen etwas Muttermilch abdrücken. Halten Sie Ihre Brust im C-Griff, Daumen und Zeigefinger 2-3 cm hinter den Brustwarzen ansetzen. Heben Sie die Brust leicht an und waagrecht leicht in Richtung Brustkorb drücken. Führen Sie mit Daumen und Zeigefinger eine Melkbewegung durch. Die abgedrückte Milch verteilen Sie auf der Warze. Lassen Sie die Muttermilch gut antrocknen und öfters Luft an die Brustwarze. Tragen Sie einen gut sitzenden BH, der nicht einengt und Stilleinlagen (Stilleinlagen sind aus verschiedenen Materialien erhältlich, z.B. Wolle, Seide, Baumwolle).
Gereizte Brustwarzen:
In den ersten Tagen haben viele Mütter empfindliche oder gereizte Brustwarzen. Diese Empfindlichkeit entfällt nach ca. 4 Tagen, wenn nicht fehlerhafte Stilltechniken der Grund sind. Schmerzen die Brustwarzen allerdings sehr oder entstehen Rhagaden (kleine Risse), brauchen Sie Hilfe, um eine Unterbrechung des Stillens zu vermeiden.
Was bringt Linderung?
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Korrektes Anlegen
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Stillposition wechseln
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auf der weniger schmerzenden Seite mit dem Stillen beginnen
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am Ende der Stillmahlzeit Muttermilch antrocknen lassen, evtl. dünn Pure-Lan-Salbe auftragen
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Rotlicht anwenden
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Muttermilch abpumpen
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Brustwarzenschoner tragen
Zufüttern:
Ein gesundes, ausgetragenes Neugeborenes kommt mit Energiereserven auf die Welt. Eine Gewichtsabnahme bis zu 10 % des Geburtsgewichtes ist normal. Bis zum Einsetzen einer höheren Milchproduktion kommt das Neugeborene mit der sehr gehaltvollen Vormilch aus. Muss aus medizinischen Gründen nachgefüttert werden, wird das mit Ihnen besprochen. Wir empfehlen, den Kindern die gestillt werden, die ersten 4 - 6 Wochen weder einen Beruhigungssauger zu geben, noch die Zufütterung mit dem Sauger. Ca. 30 % aller Neugeborenen kommen mit dem Unterschied des Saugens am Sauger und des Saugens an der Brust nicht zurecht. Die Folgen sind Stillprobleme wie wunde Brustwarzen, Milchstau, mangelnde Milchproduktion und schlechtes Gedeihen Ihres Kindes. Besteht die Notwendigkeit, dass Ihrem Kind Tee oder künstliche Säuglingsnahrung zugefüttert werden muss, so kann dies mit Löffel (oder Becher) geschehen. Sollten Sie allerdings einen Beruhigungssauger oder die evtl. notwendige Zufütterung mit Flasche und Sauger bevorzugen, entsprechen wir natürlich Ihren Wünschen.
Ernährung stillender Mütter:
Grundsätzlich kann eine stillende Mutter alles essen. Ernähren Sie sich ausgewogen, vitamin- und ballaststoffreich. Probieren Sie aus, was Ihr Kind verträgt. Nach etwa 4 Stunden sind die Inhaltsstoffe in der Muttermilch und Sie können dann die Reaktion erkennen. Trinken Sie nach Durst. Die meisten Mütter haben beim Stillen großen Durst. Stellen Sie sich ein Getränk in greifbare Nähe. Zuviel trinken kann den Milchspendereflex hemmen. Wichtig: Trinken Sie nicht mehr Kuhmilch als Sie in der Schwangerschaft und vorher gewöhnt waren. Meiden Sie Lebensmittel, die Sie und Ihr Partner nicht gut vertragen.
Was tun wenn Ihr Baby weint?
Durch Weinen und Schreien kann sich Ihr Baby verständigen. Ignorieren Sie daher nie die Signale Ihres Kindes. Es braucht auf jeden Fall Zuwendung, auch wenn Sie den Grund des Unbehagens nicht immer finden können. Vielleicht möchte Ihr Kind gestillt werden, ob aus Hunger oder zur Beruhigung. Das Saugen an der Brust ist in vielen Fällen das, was das Kind zufrieden stellt. Wenn es scheint, als hätte Ihr Kind Bauchschmerzen, achten Sie durch gute Anlegetechnik darauf, dass das Kind beim Stillen so wenig Luft wie möglich schluckt. Halten Sie Ihr Kind über die Schulter hängend oder im Fliegergriff. Manche Babys weinen mehr, schlafen weniger und sind pflegeintensiver als andere. Jedes Baby hat eine eigene Persönlichkeit. Stellen Sie sich auf die Bedürfnisse Ihres Kindes ein und vergleichen Sie es nicht mit anderen Babys. Finden Sie möglichst viel Unterstützung und Hilfe für sich selbst.
Jeden Tag kann sich bezüglich der Nahrungsmenge und dem Verhalten des Babys etwas ändern. Das Brustgefühl verändert sich beim Milcheinschuss oder Milchstau und somit können die Inhalte der Aussagen der Schwestern sich ändern. Bei eventuellen Stillproblemen leiten wir Sie gerne an, in Brustmassage, Entleerung der Brust mit der Hand oder elektrischer Milchpumpe und sonstiger Lösung von Schwierigkeiten.
Wir wünschen Ihnen eine glückliche und befriedigende Stillbeziehung mit Ihrem Baby.
Das Schwesternteam